Pastors Monatsbrief

An dieser Stelle veröffentlichen wir monatlich ein kurzes geistliches Wort unseres Pastors. Er bezieht sich dabei auf das, was in der Gemeinde und der Welt gerade passiert und was demnächst im Kirchenjahr ansteht. Riskieren Sie ruhig einen Blick!

2026

Januar

März

April

Mai

2025

April

Juli

September

Dezember

Pastors Monatsbrief April 2025

Liebe Freundinnen und Freunde von St. Peter und Paul!

Liebe Brüder und Schwestern!

 

Ostern ist kein sentimentales Frühlingsfest. Es ist kein harmloses Ereignis für fromme Seelen oder Liebhaber gepflegter Liturgie. Nein – Ostern ist eine Provokation. Es ist der unerhörte Satz: Das Leben siegt über den Tod. Nicht metaphorisch, nicht symbolisch – sondern existenziell. Radikal. Unverschämt.

 

Was hier geschieht, sprengt den Rahmen des Gewöhnlichen: Ein Mensch ausgeliefert, gestorben – steht auf. Nicht um Rache zu üben. Nicht, um zu triumphieren. Sondern um zu lieben. Um zu heilen. Um zu rufen: Fürchtet euch nicht.

 

Ostern, das ist nicht Trost für die Schwachen. Es ist ein Aufruf zur Stärke, zur Wachsamkeit, zur Hoffnung – wider alle Hoffnung.


Es ist ein Wort gegen das Verstummen.


Ein Licht, das selbst in die Zonen des Grauens vordringt.


Eine Brücke über den Abgrund.


Ein Anfang, wo niemand mehr damit gerechnet hat.

 

Ostern ist das Beste, was dem Leben passieren konnte. Weil es zeigt: Die Geschichte endet nicht mit dem Grabstein. Sondern mit einem geöffneten Grab.

 

In diesem Sinne: Frohe Ostern!
Mit aller Ernsthaftigkeit. Und aller Freude.

 

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Ihr Pastor Alexander Lemke

Pastors Monatsbrief Juli 2025

Liebe Freundinnen und Freunde von St. Peter und Paul!

Liebe Brüder und Schwestern!

 

Herz&Horizont: Ein Fest wie ein Hoffnungsstrahl

 

 

Am 20. Juli 2025 öffnete sich rund um die Kirche St. Peter und Paul in Teterow ein neuer Raum: Zum ersten Mal wurde das Kulturfest Herz&Horizont gefeiert – ein Tag, der Stadt und Gemeinschaft gleichermaßen beschenkte. Von 10 bis 16 Uhr strömten rund 500 Menschen auf den Kirchplatz und in die umliegenden Straßen, um Kultur zu erleben, Begegnung zu feiern und sich von der besonderen Atmosphäre tragen zu lassen.

 

Ein stiller Höhepunkt waren die Balkon-Konzerte: kurze musikalische Kostbarkeiten an ungewohntem Ort – vom Balkon des Kirchturms aus. Für je 15 Minuten wurde der Balkon zur Bühne und ließ bei vielen ein Staunen zurück. Doch die eigentliche Magie lag in der Grundstimmung des Tages: heiter, hoffnungsvoll, getragen von echtem Miteinander.

 

Kulinarisches aus aller Welt, ein Lesezelt voller Geschichten, kreative Kunstaktionen, Kinderschminken, ein Pfadfinderlager, gemeinsames Volksliedersingen und ein Predigt-Slam, der Glaube und Sprache auf poetische Weise verband – das Programm war so bunt wie die Menschen, die gekommen waren.

 

Im Herzen des Festes: eine lange Tafel vor der Kirche. Hier wurde gelacht, erzählt, gekostet – ein Ort zum Verweilen, Zuhören und Zusammensein. Auch auf den Bürgersteigen links und rechts wurde geschaut, gespielt, getanzt und gelauscht.

 

Herz&Horizont war mehr als ein Fest. Es war ein Gemeinschaftswerk – getragen von der Stadt Teterow, den verschiedenen Kirchen und Konfessionen, dem Kulturverein, der Feuerwehr und vielen engagierten Helferinnen und Helfern. Möglich wurde dieses Fest auch durch großzügige finanzielle Unterstützung: der Verein Andere Zeiten, die Zepelin Stiftung Appelhagen, die Stadt Teterow selbst, die Kirchengemeinden und nicht zuletzt zahlreiche private Spenderinnen und Spender haben ihren Teil dazu beigetragen, dass dieser Tag Wirklichkeit werden konnte.

 

„Wann feiern wir wieder Herz&Horizont?“, fragte eine Besucherin am Ende – und sprach damit vielen aus dem Herzen.

 

Gekrönt wurde der Tag von einem festlichen Abschlussgottesdienst mit über 170 Teilnehmenden. Er spannte noch einmal den Bogen vom Horizont zur Hoffnung – und ließ das Erlebte im Licht der Dankbarkeit nachklingen.
 

Bleiben Sie GOTT befohlen!

Ihr Pastor Alexander Lemke

Pastors Monatsbrief September 2025

Liebe Freundinnen und Freunde von St. Peter und Paul!

Liebe Brüder und Schwestern!

 

Zwischen Sackgassen und Gold: Manchmal stehe ich in einem großen Gebäude – im Krankenhaus, Rathaus oder riesigen Einkaufszentren – und ich finde einfach nicht den Ausgang. Die Schilder sind verwirrend, der richtige Weg bleibt verborgen. Ich gehe nach links, es ist eine Sackgasse. Nach rechts – schon wieder falsch. Und irgendwann frage ich mich: Komme ich hier überhaupt noch raus?


Ein bisschen so beschreibt die Bibel den Hiob. Er ist ein Mann, dem das Leben lauter schlechte Nachrichten beschert hat – eine Hiobsbotschaft nach der anderen. Und nun sucht er verzweifelt nach Gott. Er sagt: „Ich gehe nach vorn – und finde ihn nicht. Ich gehe zurück – er ist nicht da. Rechts, links – Gott bleibt verborgen.“ Hiob kennt das Gefühl, im Leben in einem Labyrinth zu stehen, ohne Ausgang, ohne Richtung. Und ich glaube: Viele von uns kennen das auch. Manchmal fühlt sich das Leben tatsächlich so an: Man sucht den richtigen Weg – aber da ist nur eine Sackgasse. Man bittet um eine klare Richtung – und hört nur Schweigen. In solchen Momenten fragt man sich: Wo ist Gott eigentlich? Hört er mich überhaupt? Hiob kennt diese Fragen. Er beschreibt das Schweigen Gottes so eindringlich, dass man fast mitleiden muss. Und doch gibt er nicht auf. Inmitten seiner Verzweiflung hält er fest: „Gott kennt meinen Weg. Er prüft mich – und ich werde hervorgehen wie Gold.“ Die schweren und ausweglosen Momente des Lebens können uns verwandeln, auch wenn man es im Augenblick nicht sieht. Das ist kein billiger Trost, kein rasches „Alles wird gut“. Es ist vielmehr die Hoffnung, dass das Dunkel nicht das letzte Wort behält. 


Vielleicht ist genau das die Kraft, die Hiob bis heute so aktuell macht: Er kennt die Orientierungslosigkeit, er schreckt nicht vor harten Fragen zurück, er benennt das Schweigen des Himmels. Aber er verliert nicht den Glauben daran, dass es einen Ausweg gibt. Dass am Ende etwas Wertvolles bleibt – wie Gold, das im Feuer geläutert wird. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es Menschen sind, die weiterhelfen: einer, der an meiner Seite bleibt, wenn ich den Ausgang nicht finde. Jemand, der zuhört, wenn ich nur klagen kann. Jemand, der schweigt – aber durch sein Dasein das Schweigen erträglicher macht. Vielleicht wirkt Gott gerade so in unserem Leben: durch die Menschen, die uns nicht allein lassen, die uns die Hand reichen, wenn wir stolpern oder einfach nur ein Stück mit uns durch das Labyrinth gehen. Dann sind Hiobsbotschaften keine Sackgassen, sondern der Anfang von etwas, das uns miteinander verbindet – durch Mitmenschlichkeit, durch Nächstenliebe. Und vielleicht zeigt sich darin die leise, aber entscheidende Spur Gottes: Dass wir nicht allein stehen müssen, auch wenn wir den Weg noch nicht sehen.

 

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Ihr Pastor Alexander Lemke

Pastors Monatsbrief Dezember 2025

Liebe Freundinnen und Freunde von St. Peter und Paul!

Liebe Brüder und Schwestern!

 

Advent ist die Zeit der Vorfreude. Nicht als hastiges Vorwegnehmen dessen, was kommt, sondern als bewusstes Warten. Vorfreude gehört wesentlich zu dem, worauf wir uns freuen. Ohne sie würde etwas fehlen. Alles würde gleich gültig, gleich schnell, gleich belanglos. Dinge hätten keine Zeit mehr und keinen Ort – und wo alles beliebig wird, beginnt Sinn zu verschwinden.

 

Der Advent widerspricht dieser Beliebigkeit. Er schenkt uns eine besondere Zeit. Eine Zeit, die nicht übersprungen werden will, sondern gelebt. Eine Zeit des Innehaltens, der Sammlung, der inneren Ordnung.

 

Das alte Adventslied im Gesangbuch bringt es in Worte: „Macht hoch die Tür, die Tore macht weit, euer Herz zum Tempel zubereit.“

 

Advent lädt uns ein, die Türen und Tore unseres Inneren zu öffnen. Unser Herz kann in dieser Zeit zu einem Tempel werden – zu einem geweihten Haus, zu einem Ort mit Tiefe und Bedeutung. Zu einem Raum, in dem Begegnung geschieht: zwischen Gott und Mensch.

 

So ist der Advent eine Zeit der Einkehr, nicht um sich von der Welt zurückzuziehen, sondern um vorbereitet zu sein. Damit wir Weihnachten nicht verpassen. Damit wir Gott begegnen können – später dann in aller Fröhlichkeit, Festlichkeit und Freude.

 

Ich wünsche uns allen diese gesegnete Vorfreude.
Eine Zeit, die uns sammelt.
Eine Zeit, die uns vorbereitet.
Eine Zeit, die Sinn schenkt.

Eine gesegnete Adventszeit und ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest wünscht Euch.

 

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Ihr Pastor Alexander Lemke

Pastors Monatsbrief Januar 2026

Liebe Freundinnen und Freunde von St. Peter und Paul!

Liebe Brüder und Schwestern!

 

Ein neues Jahr liegt vor uns. Es ist kein leeres Blatt, das wir beschreiben müssten. Eher ein Raum, den wir betreten – mit allem, was wir mitbringen: Erwartungen, Erinnerungen, Hoffnungen, auch Müdigkeiten. Das neue Jahr kommt mit Geschichte. Mit unserer Geschichte.

 

Über diesem Jahr steht ein Satz, der größer ist als Vorsätze und belastbarer als unsere Stimmungen: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu.“

 

Dieser Satz ist eine Zusage. Und er ist vor allem eines: Gottes eigenes Wort über seine Welt. Denn ich lese hier nicht: Macht ihr mal alles neu. Auch nicht: Wartet ab, vielleicht wird es neu. Ich verstehe hier: Gott macht’s. Jetzt. Wirklich. Verlässlich.


Das Neue, von dem hier die Rede ist, es beginnt bei Gott. Und gerade darin liegt seine Kraft. Wir leben in einer Zeit, in der vieles auf Verschleiß steht: Vertrauen, Gewissheiten, Zusammenhalt. Auch in unseren eigenen Leben gibt es Risse, die wir nicht kitten können. Manche Hoffnungen haben sich abgenutzt. Manche Wege wirken mühsamer als früher. Und nicht wenige fragen sich, wie viel Neues überhaupt noch möglich ist.


Der christliche Glaube antwortet darauf nicht mit Durchhalteparolen. Er verspricht keine stetige Verbesserung. Er verspricht etwas Tieferes: Gott gibt seine Welt nicht preis. Und er gibt uns nicht preis. Wenn Gott sagt: Ich mache alles neu, dann spricht er nicht über Kosmetik. Er spricht über Neuschöpfung. Über einen Anfang, der aus ihm selbst kommt. Über eine Zukunft, die nicht davon abhängt, ob wir stark genug, klug genug oder fromm genug sind. Diese Zusage hat ein Gesicht. Einen Namen. Jesus Christus. In ihm hat Gott gezeigt, was „neu“ heißt: tragend, verbindlich, mitten unter uns. Christus ist Gottes Ja zu dieser Welt – auch dort, wo wir selbst kaum noch Ja sagen können. In ihm bleibt Gott der Treue, auch wenn wir schwanken. In ihm hält Gott an seiner
Schöpfung fest, auch wenn sie sich selbst oft nicht mehr versteht.


Darum bedeutet Neuanfang im christlichen Sinn nicht: alles hinter sich lassen.
Sondern: mit Gott weitergehen. Weitergehen mit dem, was gelungen ist – dankbar. Weitergehen mit dem, was offen blieb – getrost. Weitergehen mit dem, was schwer ist – in Gemeinschaft.


Für uns als Gemeinde heißt das: Wir müssen das Neue nicht produzieren. Wir dürfen ihm Raum geben. Raum für Gottes Gegenwart im Alltag. Raum für Zuhören, wo schnelle Antworten fehlen. Raum für Hoffnung, wo Sicherheiten bröckeln. Raum für Gnade – auch miteinander.


Ich wünsche uns ein Jahr, in dem wir uns nicht selbst überfordern, sondern uns an Gottes Zusage halten. Ein Jahr, in dem wir einander nicht nach Nützlichkeit beurteilen, sondern als Menschen sehen, die von Gott her neu angesehen sind. Ein Jahr, in dem unsere Gemeinde ein Ort bleibt, an dem nicht alles fertig sein muss – aber alles vor Gott kommen darf.
 

Mögen wir entdecken, dass Gottes Neumachen oft leise beginnt: in einem aufmerksamen Blick, in einem versöhnten Wort, in einer geteilten Last, in einer Hoffnung, die man nicht beweisen kann – aber leben.


„Siehe, ich mache alles neu.“


Dieser Satz gilt. Auch dann, wenn wir das Neue noch nicht sehen. Gerade dann! So gehen wir in dieses Jahr mit einer Verheißung, die uns trägt. Gott sei mit Ihnen – mit uns allen – in allem, was kommt.
 

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Ihr Pastor Alexander Lemke

Pastors Monatsbrief März 2026

Liebe Freundinnen und Freunde von St. Peter und Paul!

Liebe Brüder und Schwestern!

 

Aschermittwoch markiert für viele vor allem das Ende der närrischen Tage: Die Kostüme wandern zurück in den Schrank, die Musik verstummt, der Alltag meldet sich wieder. Ein Schnitt. Ein Innehalten. Als würde jemand das Licht ein wenig herunterdimmen. Im Kirchenjahr markiert dieser Tag jedoch mehr als das Ende des Karnevals. Mit Aschermittwoch beginnt die siebenwöchige Passionszeit – die Zeit, in der Christen an das Leiden Jesu erinnern. Eine unbequeme Zeit. Denn wer beschäftigt sich schon gern mit Leiden? Wer durchlebt gerne Schmerz, Scheitern und das, was nicht glänzt und nicht leicht ist? Und doch hat diese Zeit ihren Sinn.


Die Passionszeit wird auch Fastenzeit genannt. Fasten – das klingt heute oft nach Selbstoptimierung: bewusster essen, leistungsfähiger werden, gesünder leben. Dagegen ist nichts einzuwenden. Christliches Fasten meint aber etwas anderes. Es geht nicht darum, besser zu werden. Es geht darum den Blick zu schärfen – für sich, für andere, für das Wesentliche. In der christlichen Tradition traut man der Entbehrung eine besondere Erkenntniskraft zu. Wer verzichtet, wer sich zurücknimmt, wer sich auf das Wesentliche beschränkt, der sieht klarer – manchmal schmerzhaft klar. Fasten wirft uns auf uns selbst zurück. Und genau darin liegt seine Kraft: zu erkennen, was trägt und was nicht. Das ist kein angenehmer Prozess. Er lässt sich auch nicht abkürzen. Zudem hat er nichts mit Leistung zu tun. Am Ende dieses Weges steht im besten Fall kein Erfolg, sondern Nähe: eine neue Nähe zu sich selbst, zu anderen – und für Glaubende vor allem zu Gott.


In den Geschichten der Bibel liest man davon, dass Menschen oft lange brauchen, um wirklich zu sehen. Dass Einsicht nicht einfach entsteht, nur weil etwas gesagt wird.  Gerade die Jünger Jesu sehen oft erst einmal nicht. Manchmal braucht es einen Weg, zuweilen sogar ein Durchgehen durch Dunkelheit, Begrenzung oder Verlust, bevor sich ein neuer Blick öffnet. Ich denke, dass genau darin die leise Einladung der kommenden  Wochen liegt: nicht sofort Antworten zu suchen, nicht alles zu überdecken oder zu beschleunigen. – Ich will versuchen auszuhalten, was schwer ist. Hinsehen. Und darauf  vertrauen, dass aus diesem ehrlichen Blick etwas wachsen kann – Klarheit, Mitgefühl, Hoffnung. 
 

Bleiben Sie GOTT befohlen!

Ihr Pastor Alexander Lemke

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